Übersetzer

Die Arbeit von Übersetzerinnen und Übersetzern ist gerade für ein mehrsprachiges Projekt essentiell. Im Allgemeinen wird ihrer literarischen Leistung, die für die Rezeption eines Werkes in einer anderen Sprache von zentraler Bedeutung ist, viel zu wenig Beachtung geschenkt. Darum versuchen wir, sie im Rahmen unserer Projekte in besonderer Weise zu würdigen.

Beim Euregio-Schüler-Literaturpreis werden daher neben dem Preisträger auch jeweils die Übersetzungen in die beiden anderen Sprachen der Euregio mit einem Preis in Höhe von € 1.000,- bedacht. Die Bürgerstiftung vergibt einen Preis für eine Übersetzung aus dem bzw. ins Niederländische. Der Cornelsen-Verlag stiftet den Preis für eine Übersetzung aus dem bzw. ins Französische. So gehen bspw. die Übersetzerpreise im Jahr 2017 an Angela Sanmann (für ihre Übersetzung ins Deutsche) und Gertrud Maes (für ihre Übersetzung ins Niederländische) des Romans L´Orangeraie (Der Name meines Bruders) des Preisträgers Larry Tremblay.

Auch bei Die Euregio liest kommt den Übersetzern eine tragende Rolle zu, denn die Lesungen sind immer mehrsprachig angelegt. Neben dem Autor wird immer auch der Übersetzer seines Buches in die jeweilige Landessprache, wo gelesen wird, dazu geladen. Zunächst lesen die Übersetzer eine Passage aus ihrer Übersetzung, erst dann lesen die Autoren in ihrer Muttersprache aus dem Originaltext, was den Zuhören das Eintauchen in die Fremdsprache ungemein erleichtert und den Textkörper in doppelter Weise greifbar werden lässt.
Da der Übersetzer dem Werk durch seine lange Auseinandersetzung damit so nahe gekommen ist, wie kaum ein anderer, ergeben sich durch seine Anwesenheit für die sich den Lesungen anschließenden Diskussionsrunden spannende Fragestellungen im Hinblick auf die Übersetzung und die sprachlichen Besonderheiten in der Ursprungs- bzw. der Zielsprache.

Bertrand Abraham

Bertrand Abraham

Bettina Bach

Bettina Bach

Gerrit Bussink

Gerrit Bussink

Gerrit Bussink, geb. am 03.10.1944, dreisprachig (Niederlandisch, Dialekt, Deutsch) aufgewachsen in Breedenbroek in unmittelbarer Nähe der Deutschen Grenze. Germanistikstudium 1964-1973 in Amsterdam. Danach Dozent für deutsche Literatur an der Fachhochschule für Buchhandel und Verlagswesen in Amsterdam, Publizist, Lektor, Verleger. Seit 2012 Dozent an der Vertalersvakschool (Fachausbildung für literarisches  Übersetzen) in Amsterdam. Lebt abwechselnd in Amsterdam und Wien. Literarischer Übersetzer seit 1972, hauptberuflich seit 1994. 2015 Straelener Übersetzerpreis der Kunststiftung NRW für sein Lebenswerk. - Mehr erfahren

Katelijne de Vuyst

Katelijne De Vuyst (1958) studierte Romanistik an der Universität Gent (B). Sie übersetzte französische Romane und englische, französische und griechische Dichtung ins Niederländische. Sie ist Herausgeberin der Literaturzeitschrift Poëziekrant und Mitglied des Übersetzer-Kollektivs des Literaturhauses Passa Porta (Brüssel). Sie übersetzte Werke von u.a. Barbey d'Aurevilly, Emmanuel Carrère, Marcel Cohen, Georges Eekhoud, Mina Loy, Jean-Christophe Rufin, Anne Sexton, Patti Smith, Stevie Smith, Dylan Thomas, Charis Vlavianos. Sie ist die Stammübersetzerin von Olivier Rolin. Im Jahr 2013 erhielt sie zusammen mit dem Schriftsteller Emmanuël Carrère und ihrer Co-Übersetzerin Katrien Vandenberghe den Europäischen Literaturpreis für die Übersetzung von Limonow.

Brice Germain

Brice Germain

Élisabeth Landes

Élisabeth Landes

Nathalie Lemmens

Nathalie Lemmens, geb. 1976, wuchs in Kelmis im Dreiländereck Belgien-Deutschland-Niederlande auf. Nach dem Abitur studierte sie in Düsseldorf Literaturübersetzen mit den Ausgangssprachen Französisch und Englisch. Sie lebt in der Nähe von Darmstadt (Hessen) und übersetzt seit fünfzehn Jahren sowohl Belletristik als auch Sachbücher aus dem Französischen, Englischen und Niederländischen ins Deutsche (u.a. Sudhir Kakar, José Frèches, Robin Cook, Anne Golon, Chris Greenhalgh, Adam Zamoyski, Katherine Pancol, Jean-Christophe Rufin, Gustaaf Peek ...).

Gertrud Maes

Mit achtzehn Jahren und dem Abi in der Tasche ist Gertrud Maes als Au-pair-Mädchen nach Paris aufgebrochen. Aus Woudenberg, einer kleinen, ländlichen Gemeinde in den Niederlanden, an den Boulevard Voltaire in der Stadt des Lichts: ein Schock! Aber auch eine exquisites Mittel, um eine Sprache zu lernen. Zurück in den Niederlanden, machte sie eine Ausbildung zum Koch und wurde Chefköchin in Amsterdam.
Nach einigen Jahren kehrte sie zu ihren frühen Leidenschaften zurück: der französischen Sprache und ihrer Literatur. Sie studierte französische Sprache und Kultur an der Universität von Amsterdam und machte ihren Master in Übersetzungswissenschaften.
Im selben Jahr wurde sie für die "Europäische Übersetzerfabrik" ausgewählt, einen Intensivkurs der von Literaturübersetzern für Anfänger in diesem Bereich angeboten wurde. Im Sommer 2015 besuchte sie einen Workshop für die Übersetzung von Philosophie unter Leitung von Jeanne Holierhoek, angeboten vom Zentrum für Literaturübersetzung in Utrecht.

Portfolio literarischer Übersetzung :
• De verloofde van de postbode, (La fiancée du facteur) Denis Thériault, Meulenhoff, 2017 (in Zusammenarbeit mit Martine Woudt)
• De eenzame postbode (Le facteur émotif), Denis Thériault, Meulenhoff, 2016 (in Zusammenarbeit mit Martine Woudt)
• Kamer op zee, (Six degrés de liberté), Nicolas Dickner, Nieuw Amsterdam, 2016 (enin Zusammenarbeit mit Martine Woudt)
• Brief aan de huichelaars die het racisme voeden, (Lettres aux escrocs de l’islamophobie qui font le jeu des racistes), Charb, Lebowski, 2015 (in Zusammenarbeit mit Martine Woudt)
• Reflex, Maud Mayeras, Cargo, 2015 (in Zusammenarbeit mit Martine Woudt)
• Het kleine meisje dat een wolk had ingeslikt (La petite fille qui avait avalé un nuage grand comme la tour Eiffel) Romain Puértolas, de Boekerij, 2015
• De naam van mijn broer (L’Orangeraie) Larry Tremblay, Nieuw Amsterdam, 2015
• Chanel & Co, Marie-Dominique Lelièvre, Thomas Rap, 2014 (in Zusammenarbeit mit Martine Woudt)
 
In Vorbereitung:
• Een zachte hand (Chanson Douce), Leïla Slimani, Nieuw Amsterdam, 2017
• Het geluk van Lou (Entre ciel et Lou), Lorraine Fouchet, Nieuw Amsterdam, 2017
 
Sonstige Aktivitäten:
Französischlehrerin bei « Franse Wandeling »

Sandrine Maufroy

Sandrine Maufroy, geb. 1977, studierte an der École normale supérieure de Paris und ist heute Professorin an der Universität Paris-Sorbonne (Paris IV). Die Übersetzerin und Historikerin widmet sich dem Kulturtransfer zwischen Frankreich, Deutschland, den Niederlanden und Griechenland. Sandrine Moufroy hat auch Alte Musik am Königlichen Konservatorium in Den Haag studiert und lebt abwechselnd in Paris und den Niederlanden.

Jüngste Publikationen:
- Le philhellénisme franco-allemand de 1815 à 1848, Paris : Berlin, 2011 ;
- « Réflexions sur le romantisme aux Pays-Bas : Mémoire sur la différence entre la poésie classique et la poésie romantique de N. G. van Kampen (1823) et Conversation sur le Drachenfels de Jacob Geel (1835) », in :  Dominique Peyrache-Leborgne (dir.), Théories esthétiques du romantisme à l’étranger, Nantes : Éditions Nouvelles Cécile Defaut, 2014, p. 247-273 ;
- « Textes écrits sur l’Antiquité par Wilhelm von Humboldt », traduits de l’allemand et présentés dans : L’hellénisme de Wilhelm von Humboldt et ses prolongements européens, dir. Michel Espagne et Sandrine Maufroy, Paris : Demopolis, 2016, p. 287-450 ;
- Carry van Bruggen, Eva (dt. Rückenwind des Verlangens, 2010), traduit du néerlandais, présenté et commenté, Paris : Éditions Rue d’Ulm, 2016.

Angela Sanmann

Angela Sanmann, geb. 1980 in Iserlohn/Westfalen. Studium der Neueren Deutschen Literatur, Komparatistik und Philosophie in Berlin und Paris. 2012 Promotion im Cotutelle-de-thèse-Verfahren (Berlin/Nantes): Poetische Interaktion. Französisch-deutsche Lyrikübersetzung bei Friedhelm Kemp, Paul Celan, Ludwig Harig, Volker Braun (De Gruyter 2013).
Seit 2012 freischaffende Tätigkeit als Lektorin und Literaturübersetzerin aus dem Französischen.

Berufliche Stationen:
Assistenz im Bureau du Livre der Französischen Botschaft in Berlin; Volontariat im Belletristik-Lektorat von C.H.Beck.
Seit August 2015 Assistenzprofessorin im Fach Übersetzungswissenschaften in der Section d'allemand der Universität Lausanne und Mitarbeiterin am dortigen Centre de traduction littéraire. Aktuelles Forschungsprojekt zur Tätigkeit weiblicher Übersetzer vom 17. bis zum 19. Jahrhundert.

Literatur- und Lyrikübersetzungen (Auswahl):
Emmanuèle Bernheim: Tout s'est bien passé (Gallimard 2013)/ Alles ist gutgegangen (Hanser Berlin 2014); Aurélie Filippetti: Les derniers jours de la classe ouvrière (Éd. Stock 2003)/ Das Ende der Arbeiterklasse. Ein Familienroman (S. Fischer 2014); Bernard Noël: Extraits du corps (Gallimard 1956) / Körperextrakte. Gedichte (Verlag Das Wunderhorn 2010).

Jüngste wissenschaftliche Publikationen (Auswahl):
"rallumant sans faiblir la bougie de faim plus claire": Paul Celan und die französische Gegenwartslyrik: zu Martine Brodas Gedichten "À Paul Celan" und "Tout ange est terrible" in: Blum-Barth, Natalia; Waldschmidt, Christine: Celan-Referenzen: Prozesse einer Traditionsbildung der Moderne. Vandenhoeck & Ruprecht 2016. S. 143–158; Über die (Un-)Möglichkeit der Übertragung lyrischer Formensprache. in: Viehöver, Vera; Nörtemann, Regina (Hrsg.): Kolmar übersetzen: Studien zum Problem der Lyrikübertragung. Wallstein 2013. S. 71–83.

Liesbeth van Nes

Liesbeth van Nes

Liesbeth van Nes (1954) übersetzt aus dem Deutschen und aus dem Französischen. Das hat sich eigentlich nur zufällig so ergeben, zuerst wegen eines französischen Buches, geschrieben von Alfred Jarry, das sie unbedingt übersetzen wollte, und dann wegen eines deutschen Buches, geschrieben von Michael Wallner, April in Paris, das ihr sehr gefallen hat und das 2008 den Euregio-Schüler-Literaturpreis erhalten hat.

Übersetzen heißt auch, Bücher bearbeiten zu müssen, die zunächst nicht so einladend scheinen. Allerdings wird ein Buch oft interessanter, indem man sich damit tiefer auseinandersetzt. Ein ganzes Leben von Robert Seethaler ist ein solches Buch. Es scheint ganz einfach, aber man muss es erst erobern. Die Schwierigkeit beim Übersetzen war vor allem die einfache Sprache, die auch in der Übersetzung genauso einfach bleiben sollte. Übrigens ist jedes Buch schwer zu übersetzen, weil man sich an die Sprache des Autors schmiegen und die eigene Sprache ganz und gar loswerden muss.

Einige kürzlich erschienenen Übersetzungen:
Hermann Hesse, Siddhartha, 2016 (neu übersetzt)
Alfred Jarry, Gestes et opinions du docteur Faustroll, pataphysicien, 2016 (neu übersetzt)
Marie Jalowicz Simon, Untergetaucht, 2015
Jean Giono, Le grand troupeau, 2015
Stefan Zweig, Reise in die Vergangenheit, 2015

Momentan übersetzt Liesbeth van Nes ein zweites Buch Seethalers: Der Trafikant.

Helga van Beuningen

Helga van Beuningen (1945) studierte Englisch, Niederländisch und Recht am Institut für Übersetzen und Dolmetschen (IÜD) der Universität Heidelberg. Nach Abschluss des Studiums als Diplom-Übersetzerin war sie 15 Jahre lang als Lektorin für die Studienrichtung Niederländisch – Deutsch am IÜD tätig. Seit 1984 lebt und arbeitet sie als freiberufliche Literaturübersetzerin in Schleswig-Holstein.

Zu den von ihr übersetzten Autorinnen und Autoren gehören u. a.:
H M van den Brink, Jan Brokken, A. F. Th. van der Heijden, Marcel Möring, Margriet de Moor, Cees Nooteboom, F. Springer sowie, ganz neu, Lize Spit und Niña Weijers.

Für ihre Arbeit wurde sie mit mehreren Preisen ausgezeichnet, darunter dem Martinus Nijhoff Preis (1992), dem Kunstpreis des Landes Schleswig-Holstein (1992), dem Helmut-M.-Braem-Übersetzerpreis (2004) und dem Else-Otten-Preis (2004).