Übersetzerinnen und Übersetzer

Die Arbeit von Übersetzern*innen ist gerade für ein mehrsprachiges Projekt essentiell. Im Allgemeinen wird ihrer literarischen Leistung, die für die Rezeption eines Werkes in einer anderen Sprache von zentraler Bedeutung ist, viel zu wenig Beachtung geschenkt. Darum versuchen wir, sie im Rahmen unserer Projekte in besonderer Weise zu würdigen.

Beim Euregio-Schüler-Literaturpreis werden daher neben dem*der Preisträger*in auch die Übersetzungen in die beiden anderen Sprachen der Euregio mit einem Preis in Höhe von jeweils € 1.000,- bedacht. Diese beiden Übersetzungspreise werden ebenfalls von der Bürgerstiftung vergeben. So gehen bspw. die Übersetzungspreise im Jahr 2018 an Gerda Baardman (für ihre Übersetzung ins Niederländische) und Juliette Aubert (für ihre Übersetzung ins Französische) des Romans „Vom Ende der Einsamkeitdes Preisträgers Benedict Wells.

Auch bei Die Euregio liest kommt den Übersetzer*innen eine tragende Rolle zu, denn die Lesungen sind immer mehrsprachig angelegt. Neben dem*der Autoren*in wird immer auch der*die Übersetzer*in des Buches in die jeweilige Sprache des Landes, in der gelesen wird, dazu geladen. Zunächst lesen die Übersetzer*innen eine Passage aus ihrer Übersetzung, erst dann lesen die Autoren*innen in ihrer Muttersprache aus dem Originaltext, was den Zuhörern*innen das Eintauchen in die Fremdsprache ungemein erleichtert und den Textkörper in doppelter Weise greifbar werden lässt.
Da der*die Übersetzer*in dem Werk durch ihre lange Auseinandersetzung so nahe gekommen ist, wie kaum jemand, ergeben sich durch ihre Anwesenheit für die sich den Lesungen anschließenden Diskussionsrunden spannende Fragestellungen im Hinblick auf die Übersetzung und die sprachlichen Besonderheiten in der Ursprungs- bzw. der Zielsprache.